2010

Estland – Lettland – Litauen  –  oder auch kurz das Baltikum

30.07. – 27.08.

Bei unseren Überlegungen für den kommenden Urlaub waren natürlich die Erinnerungen an den letzten mit entscheidend. Wir waren 2009 vier Wochen mit unseren Motorrädern in Norwegen. Ein Urlaub, der uns mal wieder in einsame Regionen führte, mit viel Natur und eben totaler Ruhe und Entspannung. Sicher gehört es für die meisten Norwegenfahrer dazu bis hinauf zum Nordkap zu reisen, aber wir erlebten herrliche vier Wochen im Süden Norwegens ohne uns eben unter Zeitdruck zu setzen.
Aber, auch das gehörte zu unserem Norwegentrip mit den Motorrädern, wir lebten mehr in unseren Regenkombis und übernachteten in Hyttas denn in unserem Zelt.  Diese Erinnerungen waren jetzt für die Planungen des kommenden Urlaubs entscheidend. So fiel uns sofort die nassklamme Kleidung ein die uns jeden Morgen erwartete. Von daher sollte es diesmal wieder mit unserem Wohnwagen auf Tour gehen, wir wollten also ein „festes Haus“ dabeihaben. Und gepaddelt sind wir auch schon lange nicht mehr. Zusammen mit unseren Erinnerungen an Polen kamen wir dann auf das Baltikum. Auf dem Dach unseres PKW’s das Kajak, im Wohnwagen die beiden Fahrräder, das musste gehen.

Und so ging es dann los um erneut ein Land oder in diesem Fall drei Länder zu bereisen, die bis 1989 noch hinter dem „eisernen Vorhang“ lagen und somit für uns Westdeutsche (noch) nicht so einfach zu bereisen waren.

Ein kurzer Blick zurück auf die Geschichte des Baltikums …

Zum Ende des zweiten Weltkrieges wurden diese drei baltischen Republiken als Sozialistische Sowjetrepubliken von der Sowjetunion einverleibt. Die eigentliche Bevölkerung wurde durch die sowjetische Ansiedlungspolitik – immer mehr Russen siedelten an – zur Minderheit im eigenen Land.

Wie auch in anderen Ländern Osteuropas wuchs mit den Jahren das Verlangen, sich von der Sowjetunion zu lösen und unabhängig zu werden, mehr und mehr an. Ich kann mich noch gut daran erinnern wie neben den Montagsdemonstrationen in der DDR auch in anderen Ländern Osteuropas Menschen auf die Straßen gingen. Im August 1989 bildeten dann 2 Millionen Menschen eine rd. 600 km lange Menschenkette von Tallinn über Riga nach Vilnius um für die Unabhängigkeit dieser baltischen Staaten zu demonstrieren. 1990 erklärten diese drei Staaten ihre Unabhängigkeit in deren Folge es noch zu einzelnen Auseinandersetzungen kam, so z.B. die Besetzung des litauischen Fernsehturms bei dessen Sturm es zahlreiche Tote und Verletzte gegeben hat.

Seit 1991 sind diese drei Staaten von der Sowjetunion unabhängig und traten 2004 der NATO und der EU bei.

Soviel zum geschichtlichen Hintergrund. Unsere Anreise war relativ unspektakulär. Wir hatten die rund 1.500 km auf dem Landweg über Polen gewählt. Eine Alternative wäre die Fähre Kiel – Klaipeda gewesen.

Übernachtungen

Wir waren mit unserem Wohnwagen unterwegs und hatten somit wieder einmal alles dabei. Wir waren offen für Campingplätze, die in den letzten 20 Jahren teilweise neu errichtet wurden und von daher sehr gut ausgestattet sind. Sie liegen natürlich dort wo es die meisten Baltikumurlauber hinführt, also die Regionen, in denen auch die meisten Touristen ihren Urlaub verbringen. Wir haben diese Plätze zumeist jedoch nur als Zwischenstopps genutzt und häufiger „wild“ gecampt. Außerhalb der Städte, Nationalparks und Naturschutzgebiete ist dies, wie auch in Norwegen, erlaubt. Aber auch in den Nationalparks gibt es Infozentren denen Parkplätze aber auch Übernachtungsplätze angegliedert sind und auf denen gegen eine kleine Gebühr das Übernachten ausdrücklich erlaubt ist. Vielfach besitzen diese Plätze kleine Sitzgruppen, ausgebaute Feuerstellen und einfache Toiletten oder während der Öffnungszeiten sind auch die Sanitäranlagen der Infozentren zu benutzen.

Natur in Hülle und Fülle …

geographischer Mittelpunkt Europas

… und überhaupt nicht überlaufen.
Waren die großen Städte in allen drei Ländern wie auch in anderen Urlaubsländern schon gut besucht so war es abseits dieser Städte einsam und leer.
Selbst am 1989 in Litauen ermittelten geographischen Mittelpunkt Europas als Flächenschwerpunkt im Dorf Purnuškės etwas nördlich von Vilnius trafen wir kaum andere Besucher und hatten diese aufwändig herausgestellte aber auch ausgeschilderte Sehenswürdigkeit für uns alleine.